Samstag, 15. Dezember 2007

Psychopharmaka

Ein Nachbar, 75 Jahre und seit 21 Jahren mit schweren Medikamenten wegen Hirntumoren behandelt, der zur Reha für drei Wochen in die Klinik kam, wurde dort sofort mit Psychopharmaka und Schlaftabletten "ruhig gestellt" anstatt sinnvoll mobilisiert und behandelt zu werden. Nun ist er schlechter dran als zuvor, auch nach dem Absetzen dieser Mittel. Er bekam auch Pampers, die er nicht brauchte, jetzt aber doch. Seine Demenz hat sich enorm verstärkt und seine Pflege gestaltet sich für die Ehefrau wesentlich problematischer als vor dem Krankenhaus. Die hilflose Wut der Frau, die meine Freundin ist, macht mich über alle Maßen betroffen. Leider weiß ich, dass solche Dinge täglich und ständig geschehen. Auch wenn ich nichts ändern kann: Ich will dieses Wissen nicht für mich behalten und ich will das Unrecht nicht schweigend ertragen.
Außerdem tue ich alles für meine Gesundheit, damit ich hoffentlich nicht irgendwann in solche medizinischen Mühlen falle.